Freie Schule - was heißt das eigentlich?

Freie Schulen sind Privatschulen, d.h. staatlich genehmigte Ersatzschulen in freier Trägerschaft. Schulträger ist nicht die Gemeinde oder Kommune, sondern eine Elterninitiative, ein Verein oder eine GmbH. Wenn sie gemeinnützig sind, erhalten sie 87% dessen, was Regelschulen pro Schüler bekommen, vom Land (NRW) finanziert. Freie Schulen haben Personalhoheit, d.h., sie entscheiden selbst, wen sie einstellen. Ebenso können sie Schüler aufnehmen, müssen aber nicht. Wir, die Freie Schule Berkenroth, sind Mitglied im Bundesverband der freien Alternativschulen (BFAS, www.freie-alternativschulen.de) und stützen unsere Arbeit auch auf die dort vereinbarten Grundsätze.

... und was heißt es nicht?

Freiheit ist nie grenzenlos. Es heißt nicht, dass man hier machen kann, was man will und dass man sich benehmen kann, wie man will - im Gegenteil. Mit Freiheit muss man erst lernen, verantwortungsvoll umzugehen.

Warum kein Klassenverband?

In einem offenen System finden sich immer Grüppchen von Freunden, die auch eine Lerneinheit bilden können. Aber es entfallen "Klassenzimmer" - die Räume können nach Themen eingerichtet werden. Schülerinnen und Schüler können nach Gusto die Lernräume wechseln, müssen sich nicht nach dem Stundenplan einer großen Gruppe richten. Auch die Lehrer sind damit flexibler als "Klassenlehrer" und es gibt keinen Unterrichtsausfall, da die Schüler selbständig weiterarbeiten können, auch wenn ein Lehrer mal krank ist.

Warum Jahrgangsmischung?

Jahrgangsmischung ist der "Normalfall": in der Familie, im Freundeskreis, im Kindergarten, im Sportverein und später im Berufsleben auch. Warum also nach Jahrgängen trennen, wenn sogar Schulanfänger vom Entwicklungsstand schon drei Jahrgänge umfassen (während der eine noch lernen muss, einen Stift zu halten, kann ein anderer schon schreiben und lesen)? Es profitieren starke und schwache Lerner, jüngere und ältere: jeder kann jedem helfen und lernt dabei neues oder festigt sein Wissen durch Wiederholung. Der Verlust des Freundeskreises durch "Springen" oder "Sitzenbleiben" entfällt ebenso.

Wie weiß ich, was mein Kind gelernt hat?

Durch einen Blick ins Wochenplan-Heft: Hier wird täglich notiert, was das Kind gearbeitet hat. Die jeweiligen Blätter der "Lernblumen" malt das Kind während des viermal im Jahr stattfindenden Feedbackgesprächs im Beisein der Eltern an.  Es gibt Kinder, die im ersten Schuljahr erstmal nur rechnen und sogar mit dem Arbeitsplan der zweiten Klasse weit fortschreiten und mit Schreiben erst gegen Ende des Schuljahres beginnen und im zweiten Schuljahr diesen Bereich fortführen. Lesen lernen unsere Kinder von Anfang an, da es die Basis ist, um sich in einer Welt voller Buchstaben zurechtzufinden.

Und wenn mein Kind nicht lernen will?

Kinder sind von Natur aus wissbegierig und lernfreudig, können Löcher in den Bauch fragen. Wenn Kinder nicht lernen wollen, hat das Gründe, denen nachgegangen werden muss. Meist stehen Misserfolgserlebnisse, Versagensängste oder Überforderung dem Lernen im Weg. Positive neue Erfahrungen - oft in ganz anderen Bereichen - helfen. 

Das offene System kann im Gegensatz zum Jahrgangsverband hier flexibel reagieren, das Kind "da abholen, wo es wirklich steht", z.B. in der dritten Klasse den Zahlenraum bis 20 wiederholen lassen. 

Umgekehrt gibt es auch Kinder, die aufgehört haben zu fragen, weil sie stetig unterfordert waren. Sie gilt es, neu herauszufordern.

Warum keine Noten und Klassenarbeiten?

Klassenarbeiten dienen dem Vergleich des Lern- und Entwicklungsstands der Kinder zu einem bestimmten Zeitpunkt in bestimmten Bereichen. Übersehen wird dabei, dass Kinder sich unterschiedlich entwickeln. Der eine lernt mit fünf, was der andere erst mit acht lernt und umgekehrt.

Statt Noten zu geben, führen die Lehrer in den Jahrgangsstufen 1 - 4 mit Schülern und Eltern regelmäßig Entwicklungsgespräche und schreiben Berichtszeugnisse zum Ende des Schuljahres. An die Lehrpläne angelehnte Jahresarbeitspläne zeigen den aktuellen Entwicklungsstand, dass Schüler, Eltern und Lehrer wissen, wo der Schüler gerade steht, was er schon geschafft hat und was er noch vor sich hat.

Warum keine Hausaufgaben?

Regelmäßige Hausaufgaben im klassischen Sinn gibt es an freien Schulen nicht. Das schulische Lernen findet in der Schule statt. Hausaufgaben stiften oft Unfrieden zu Hause, steigern noch den Bewegungsmangel und benachteiligen Kinder, denen die Eltern nicht helfen können, wenn sie etwas nicht verstehen. Anders herum müssen lernstarke Kinder sich nicht mit unterfordernden Aufgaben plagen und können ihre Freizeit sinnvoller nutzen. 

Beispiele für "Hausaufgaben" an unserer Schule sind: "Übe die nächsten Wochen täglich 5 Minuten 1x1-Aufgaben" oder "Frage deine Großeltern nach ihrer Schulzeit" oder "Recherchiere zu deinem selbstgewählten Thema...". Die klassische Hausaufgabenzeit ist bei uns in den Schulalltag bereits integriert.

Haben freie Schulen mehr Personal?

Ja und nein. Lehrer an freien Schulen werden nicht nach Unterrichtsstunden plus Vorbereitung bezahlt, denn es gibt keinen 45-Minuten-Rhythmus und auch die Unterrichtsvorbereitung entfällt zu einem großen Prozentsatz durch die "Vorbereitete Umgebung" bzw. findet in der Schule statt. Lehrer an freien Schulen haben 30 Tage Urlaub und arbeiten Wochenstunden für die unterrichtsfreie Zeit vor oder nach. Die Lehrer/ Lernbegleiter verbringen mehr Zeit in der Schule als Lehrer an Regelschulen, deren Arbeitszeit nur zur Hälfte aus "Unterrichtsstunden" besteht.

Wie hoch sind die Elternbeiträge?

Das Land NRW zahlt hohe Zuschüsse, d.h. 87% des Budgets, welches Regelschulen pro Kind erhalten. Die Eltern zahlen je nach Einkommen und pro Familie angemeldeten Kindern für die Differenz selbst festgelegte Beiträge an den Förderverein, je nach Einkommen ab 169 € monatlich (inkl. Verpflegung) bei einem Kind und pauschal 100 € Materialgeld am Schuljahrsanfang. Enthalten sind Ausflüge, Bücher bzw. Lernmaterialien, Malzeug, Schere, Kleber, Kopiergeld. Kosten für z. B. Einzel-Instrumentalunterricht können hinzukommen. Finanzielle Gründe entscheiden nicht über den Schulbesuch, es werden individuelle Lösungen gefunden.

Fragen und Antworten vom Info-Abend am 28.05.2015

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Fragen der Eltern am Infoabend 28.5.15.p
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Zusammenfassung Elternabend 28.5.2015.pd
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