Schwerpunkt Familiengemeinschaft

Ein Teil der Familien und Lernbegleiter der Freien Schule Berkenroth hat sich zur “Familiengemeinschaft” zusammengeschlossen. Sie engagieren sich über die übliche Elternmitarbeit hinaus in der Begleitung der Kinder und der Bildung einer Gemeinschaft, die dem selbstinitiierten, selbstgesteuerten und bedürfniszentrierten Lernen in familiärer Atmosphäre noch mehr Raum gibt.

Unser Grundverständnis

Kinder wollen lernen

„Das Kind hat in jedem Alter eine angeborene Neugier. Es will von sich aus lernen und Fortschritte machen“ (Remo Largo)

Wir beobachten, dass die Kinder natürlicherweise all das erfahren und lernen wollen, was in dieser Gesellschaft wichtig ist und dass sie dies frei von allem Druck tun, wenn sie von kompetenten Menschen gut und achtsam dabei begleitet sind.


Unsere Erfahrungen

Kinder wollen in Beziehung lernen

„Das Kind lernt nur von denjenigen, die es liebt“ (Goethe)

Unsere Erfahrung zeigt, dass die Kinder auch in der Schule fast immer in Beziehung sein wollen. Und das nicht nur mit Kindern sondern auch mit Erwachsenen. Wann immer wir ihnen in Gleichwürdigkeit begegnen, geschieht ihr Lernen auf leichte und natürliche Weise, die Kinder entspannen dann sichtbar in unserer Gegenwart, lassen uns auch an ihren sozialen Prozessen teilhaben und verstecken nichts vor uns. So macht Begleiten und Führen auch uns mehr Freude.



Das Fehlen von Erwachsenen führt zu übermäßiger Peer-Orientierung

“Manchmal verlieren wir unsere Kinder an Gleichaltrige, wo sie Orientierung in und an den anderen Kindern und Jugendlichen suchen.” (TransParents)

Des Weiteren haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Kinder zu einer übermäßigen Peer-Orientierung neigen, wenn die Erwachsenen nicht situativ auf sie eingehen können; die Bindungen, die sie mit uns eingehen möchten, nicht verlässlich sind, in den Momenten, wenn sie sie brauchen; oder nicht genügend Erwachsene da sind, sie zu begleiten. Tätigkeiten und Themen, die in der präsenten Gegenwart eines begeisterten, interessierten, und geduldigen Erwachsenen spannende Lernfelder sind, werden ohne deren Begleitung oft trocken, langweilig und frustrierend. In der Folge suchen die Kinder dann Orientierung bei Gleichaltrigen.

Von Gleichaltrigen lernen Kinder unglaublich viel, auch aus den Bereichen der Lehrpläne und sogar über diese hinausgehend. Manches könnten ihnen Erwachsene nicht so gut vermitteln, wie die Peer-Group. Vieles aber, wofür sie einen kompetenten Erwachsenen an ihrer Seite bräuchten, lernen sie so nicht. .

Als Folgen übermäßiger Peer-Orientierung durch unzureichende Erwachsenen-Präsenz kennen wir: Sozialen Stress bei Kindern und Lernbegleitern, verpasste Lernchancen sowie die Angst von Eltern, Lehrern und Kindern, dass nicht “genug” gelernt würde.


Unser Anspruch

Leben und Lernen und Beziehungen in Fülle

„Unsere Aufgabe als Erzieher ist es nicht, unsere Kinder zu formen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu offenbaren“ (M.Montessori)

Durch das ehrenamtliche Engagement der Eltern wird es möglich, dass mehr Räume geöffnet werden können (Werkstatt, Außenanlage, Bewegungsraum, Lernraum) und dass der Lehrer-Schüler-Schlüssel von 1:22 bis hin zu einem Erwachsenen pro 4-5 Kinder verbessert wird.

Hierdurch finden die Kinder für ihre Aktivitäten die nötige Muße und eine entspanntere Atmosphäre vor. Konflikte können aufmerksamer beobachtet werden, wodurch einer destruktiven Streitkultur im Verborgenen vorgebeugt wird.

Da das Einüben der in der Schule gesetzten Impulse oft nebenbei und auch erst außerhalb der Schule geschieht, sind über die begleitenden Erwachsenen hinaus alle Eltern eingeladen, zur Dokumentation der Lernentwicklung ihres Kindes beizutragen.


Unsere Konsequenz

Familiengemeinschaft

Die „Familiengemeinschaft“ der Freien Schule Berkenroth bezieht die Familienmitglieder der Kinder als primäre Bezugssysteme intensiv ins Schulleben ein. Durch diese enge Verzahnung von Schule und Elternhaus steigern wir die Qualität der Lernbegleitung und des Lebens.

Wir Eltern verpflichten uns hierfür freiwillig, so häufig wie möglich regelmäßig, die Lehrer im Schulalltag zu unterstützen. Auch nehmen wir am regelmäßigen Elternabend (derzeit per Videokonferenz, alle 2 Wochen) teil.

Wir stehen den Lehrkräften bei der Beaufsichtigung in der vorbereiteten Lernumgebung im Schulgebäude und im Außengelände zu Seite, organisieren und begleiten Exkursionen, bringen uns mit unseren persönlichen Hobbies, Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten oder auch unserem beruflichen und fachlichen Wissen in das Unterrichtsgeschehen ein. Des Weiteren begleiten wir ggf. einzelne Kinder oder Kleingruppen bei der Umsetzung individueller Lernvorhaben. Hierdurch wird eine größere Vielfalt der innerschulischen und außerschulischen Bildungsangebote sowie eine größere Wertschätzung den individuellen Interessen und Bedürfnisse der Kinder gegenüber leistbar.

Im regelmäßigen Austausch entwickeln wir Eltern und Lernbegleiter der Familiengemeinschaft gemeinsame Vorhaben, reflektieren zusammen das Unterrichtsgeschehen und pflegen auch aktiv unsere Gemeinschaft als Erwachsene.


Familiengemeinschaft jetzt und in Zukunft

  • Derzeit besteht die Familiengemeinschaft an der Freien Schule Berkenroth aus 8 Familien mit 18 Kindern, von denen 9 Kinder diese Schule besuchen.
  • 2 Lernbegleiter (LehrerInnen) mit Teilzeitstellen fühlen sich der Familiengemeinschaft zugehörig, auch wenn sie im Schulalltag für alle Kinder der Schule da sind.
  • 3 Eltern verbringen jede Woche einen Vormittag in der Schule und bringen ihre persönlichen Kompetenzen in die Begleitung und in eigenen Angeboten ein.
  • Andere Eltern unterstützen sporadisch, zu bestimmten Anlässen, oder wenn sich ihr Mitwirken mit der Betreuung der jüngeren Geschwister vereinbaren lässt.
  • Unser Ziel ist, dass 22 Kinder der Freien Schule Berkenroth der Familiengemeinschaft angehören, damit wir eine eigene Klasse mit einer ganzen Lehrerstelle bilden; und jeden Tag 3-4 Eltern in der Schule oder an außerschulischen Lernorten mitwirken.


Tagesablauf

(Beispiel - ändert sich gelegentlich)

  • Offener Anfang - selbstgewählte Tätigkeiten
  • Morgenkreis - Was für Angebote gibt es heute? - Gibt es etwas zu besprechen?
  • selbstgewählte Tätigkeiten
  • Angebote
  • Mittagskreis - Möchte jemand etwas präsentieren, das sie/er gemacht hat? - Gibt es etwas zu besprechen?
  • gemeinsames Herrichten des Raumes
  • Mittagessen (optional)
  • Nachmittagsbetreuung (optional)


Stimmen aus der Gemeinschaft

„Es macht uns glücklich und zufrieden, dass die Lebenswelten Schule und Familie in der Familiengemeinschaft zusammengehören. Das entspricht auch unserer Vorstellung, liebe- und respektvoll mit unseren Kindern umzugehen. Und auch mit uns als Eltern. Willkommen zu sein und unsere Kinder auch im Schulleben begleiten zu können, erleben wir als große Bereicherung. Wir konnten unseren Sohn und uns eine sanfte Eingewöhnung in der Schule ermöglichen und da wir auch als Familie vor Ort sind, fühlen sich unsere beiden jüngeren Töchter bereits sehr wohl. Dementsprechend erleben wir Schule als einen sicheren Ort, was uns Eltern ein gutes Gefühl gibt. Wir haben Freude daran, die anderen Familien kennenzulernen und im Austausch zu sein. Das ermöglicht eine große Bündelung von Energien, was die Familiengemeinschaft für uns so besonders macht.“

(Anne und Thomas)


"Die Eingewöhnung in die Schule konnten wir an den Bedürfnissen unseres Sohnes ausrichten. Das hätten wir uns in den Kindergärten, in die er vorher ging, auch so für ihn gewünscht. Dort ging er nie gerne hin. Seit er im Sommer die Familiengemeinschaft besucht, hat er nur an einem einzigen Morgen gesagt, dass er nicht in die Schule wollte. Diesen Pausetag haben wir ihm ermöglichen können. Er geht jeden Tag gerne hin. Was für ein großes Glück!"

(David, Vater und Lernbegleiter)


„Wir als Familie sind von Gründung der Schule an dabei, und haben mitgestaltet und mitentwickelt. Die Aufteilung in die zwei Gruppen im vergangenen Jahr gibt unterschiedlichen Schwerpunkten im Alltag einer Freien Schule eine Daseinsberechtigung. So haben Familien noch einmal mehr Möglichkeiten, einen Bildungsort zu wählen, der ihnen und ihrem Lebensstil entspricht. Wir finden uns in der pädagogischen Umsetzung in der Familiengemeinschaftsgruppe wieder, und genießen es, uns weitaus mehr einbringen zu können, als es in den meisten Schulen, die wir kennen, möglich ist. Wir verbringen gerne viel Zeit mit unseren Kindern und sehen die große Schnittmenge von Familie und Schule als sehr bereichernd für uns und für die Entwicklung unserer Kinder.“

(Elvira)


Fotos

Fotos sind bald online

Wir sind Mitglied im Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V.

Wir sind Mitglied im BFAS - Bundesverband der freien Alternativschulen


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Schulnummer: 199760